Industrieelektriker/in

Ausbildungsberufe
Ausbildung zum/zur Industrieelektriker/in
Industrieelektriker

Zur Berufsausbildung zum Industrieelektriker...

In dieser Anlernausbildung zum/zur Industrieelektriker/in sollte niemand seine Ausbildung machen.

Wir empfehlen Euch die normalen Elektroberufe...mehr

Sucht Euch im Zweifelsfall lieber ein anderes Unternehmen für Euren Berufsstart. Beim Erlernen dieses Anlernberufes seid Ihr Euer Leben lang Abgekoppelt und Stigmatisiert (in der Begleitforschung zu dem zweijährigen "Beruf" des Kfz-Servicemechanikers ist zu lesen, das diese einfachen Berufe oft auch als Dummenberufe bezeichnet werden). 


Unsere Gründe:

Die neue zweijährige Anlernausbildung zum/zur Industrieelektriker/in, die ab 2009 vom Wirtschaftsministerium verordnet werden soll, verbessert die Situation am Ausbildungsmarkt nicht. Aktiv wird das Verfahren unterstützt vom Arbeitgeberforschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) aus Nürnberg.

Das Konzept dieses Berufes koppelt dauerhaft dermaßen von Bildung ab, dass man nicht nur an der Kompetenz, sondern auch an den guten Absichten der Erfinder zweifeln muss.

Für zusätzliche Miniberufe gibt es in Deutschland keinen Zukunftsmarkt. Einfachausbildung widerspricht den künftigen Interessen der Betriebe, sie benötigen langfristig flexible, prozesskompetente und erfahrene Fachkräfte.

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Keine Zukunft für einfache Tätigkeiten (Quelle:Gerhard Bosch MiTTAB 4/2002)

Eine eingeschränkte Praxisausrichtung auf einen eng spezialisierten Tätigkeitsbereich wäre von den vielfältigen organisatorischen Bezügen, den vernetzten, hierarchie- und abteilungsübergreifenden Zusammenhängen abgekoppelt.

Der/Die Industrieelektriker/in wird sich zu einer Ausbildung zweiter Klasse im dualen System entwickeln.

Einige Fakten: Die Inhalte sollen praxisorientiert und für theorieferne Bildungsschichten sein. Im Klartext: "Einfache Bildung für einfache Menschen"

Wie Assozial ist das denn, anstatt von Beginn an zu Fördern wird hier Auslese betrieben. Bessere wäre hier nicht einen neuen Kurzeinstieg zu konstruieren sondern vorhandene Förderprogramme besser zu nutzen. 

Bei den sogenannten lernungewohnten Jugendlichen werden durch eine Kurzausbildung nachhaltig keine großartigen Weiterbildungsaktivitäten entstehen.

(siehe auch im Artikel: Heute Hauptschüler - für immer Unterschicht)

 Qualifikationsabhängige Weiterbildung
 Je geringer eine Qualifikation um so geringer sind die späteren Weiterbildungsaktivitäten (Quelle:TNS Infratest Sozialforschung 2005 )

Verschärft wird die Situation noch durch den fehlenden Bedarf auf dem Arbeitsmarkt. Als Beispiel kann hier die Einfachausbildung zum/zur Kfz- Servicemechaniker/in angeführt werden. In der Evaluation zu diesem Berufen wurde 2008 festgestellt, dass nur neun Prozent dieser "Fachkräfte" in ihrem Beruf nach der Ausbildung Weiterbeschäftigt werden!

 Qualifikationsabhängige Arbeitslosigkeit
Je niedriger die Qualifikation um so höher die Arbeitslosigkeit (Quelle: IAB 2007)

Ein Beruf ohne Zukunftsaussichten der in unserer Gesellschaft nicht gebraucht wird!

Die Plätze für die Anlernausbildung gehen zulasten der regulären Ausbildungsplätze. Außerdem werden neue zusätzliche Berufe geschaffen, obwohl Ministerin Schavan erst aktuell verkündet hat, die Anzahl der Berufe in Deutschland zu verringern!

Auch hat der Bundestag beschlossen, nur Berufe zu erlassen, die im Einvernehmen mit den Sozialvertragsparteien entwickelt werden. Da drängen sich einem die Fragen auf: Wozu brauchen wir Politiker, wenn das Wirtschaftsministerium (BMWi) sowie macht was es will? Sind denn unsere Bundestagsabgeordneten Marionetten der Ministerien?

So werden lauter falsche Signale in der Öffentlichkeit gesetzt wie etwa, dass Hauptschüler offenbar in den regulären Elektroberufen nicht mehr ausgebildet werden können. Von der Einfachausbildung zum/zur Kfz Servicemechaniker/in machen über 53 Prozent weiter zu dem anerkannten Ausbildungsberuf zur/zum Kfz- Mechatroniker/in. Es wäre von Beginn an schon möglich gewesen (mit einem bisschen guten Willen) in diesem Beruf auszubilden. Oder wollten einige Akteure eine "etwas" verlängerte Probezeit für Ihre Auszubildenden?

Selbst bei einer fachlichen Prüfung fällt der neue "Beruf" durch. Unsere Experten nahmen die Verordnung unter die Lupe ...mehr

Kriterien zur Neuschaffung von Ausbildungsberufen - Anwendung auf theoriegeminderte Berufe

Die Schaffung neuer Berufe hat für das duale System der beruflichen Bildung, für die Betriebe und für die beruflichen und sozialen Perspektiven junger Menschen weitreichende Auswirkungen. Daher verbietet sich jede etwaige Beliebigkeit nach dem Motto „Hauptsache weg von der Strasse“. Neue Berufe, insbesondere wenn sie unter der Zielsetzung geschaffen werden, benachteiligten Jugendlichen eine Arbeitsmarktperspektive zu geben und gleichzeitig die Ausbildungsmotivation der Betriebe zu erhöhen, müssen mindestens den im Folgenden genannten Kriterien entsprechen:

  1. Sie müssen arbeitsmarktfähig sein und auf die Ausübung einer qualifizierten ,,branchen- und bereichsübergreifenden Berufstätigkeit“ vorbereiten. Dies erfordert breit angelegte Kernqualifikationen, Qualifikationsinhalte, die eigenständiges Arbeiten in einer Vielzahl möglicher Einsatzbereiche ermöglichen.
  2. Neue Berufe müssen so geschaffen sein, dass sie Grundlagen für spätere Weiterbildung und Anschlussausbildung vermitteln und auf sich verändernde Anforderungen der betrieblichen und überbetrieblichen Facharbeitsmärkte vorbereiten.
  3. Sie müssen einem quantitativ ausreichenden und nicht nur kurzfristigen Bedarf an Tätigkeiten entsprechen und auf die von Arbeitsmarkt- und Berufsexperten prognostizierten Entwicklungen veränderter Tätigkeitsanforderungen vorbereiten.
  4. Es muss sich dabei um zusätzliche, durch das vorhandene Spektrum anerkannter Ausbildungsberufe nicht bereits abgedeckte Anforderungen und dementsprechende Ausbildungen handeln. Eine Verlagerung der bisherigen Ausbildung auf neu geschaffene Ausbildungsberufe würde nicht der Zielsetzung: Schaffung eines zusätzlichen Ausbildungsangebotes, entsprechen.
  5. Zur besseren Verbindung von Theorie- und Praxislernen muss das Erfahrungslernen Eingang in neue Berufsbilder finden; dafür sind didaktische Konzepte zu entwickeln und Erfahrungslernen in die Ausbilderqualifizierung aufzunehmen. Gerade das Erfahrungslernen erhöht die Erfolgschancen von Jugendlichen mit schlechteren Startchancen.
  6. Neue Berufe müssen zu einer vollwertigen gesellschaftlichen Anerkennung führen. Sie dürfen die Absolventen nicht als geringer qualifiziert stigmatisieren.
  7. Alle Berufe müssen zu Verdienstmöglichkeiten führen, die der Eingruppierung in die Fachkräftegruppen entsprechen (Facharbeiterecklohn).
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