Innovation ist zu dem Schlagwort der letzten Jahre geworden. Auch in den Zeiten der Krise verliert das Thema nicht an Relevanz. Im Gegenteil: Innovationen sollen den Weg aus der Krise ebnen - neue Ansätze, Techniken und Lösungen sind gefordert, um Alternativen zum bisherigen gebaren zu finden.
Besonders eindrucksvoll lässt sich dies zurzeit am Ausbau im Bereich der regenerativen Energien beobachten. Aber auch andere Wirtschaftszweige - allen voran die Automobilindustrie - stehen an einem Scheideweg. An der Fähigkeit zu innovativem Verhalten, d.h. der Fähigkeit zum umdenken und schnellstmöglich Alternativen zu schaffen, entscheidet sich mehr als nur die Zukunft einer Branche.
Doch Innovationen kann man nicht auf Knopfdruck herstellen. Sie lassen sich nicht einfach aus dem Hut zaubern.
Die Frage ist, wie man die Bedingungen optimieren kann, um die Wahrscheinlichkeit für innovatives Handeln zu erhöhen. Und lässt sich innovatives Verhalten gezielt fördern? Genau dies ist der Grundgedanke, auf dem das Projekt „Smarte Innovation" fußt. Es betrachtet einen Herstellungsprozess ganzheitlich und versucht zu Analysieren, an welchen Stellen des Produktlebenszyklus (PLC) die Hemmnisse liegen und wo Potentiale nutzbar gemacht werden können, um die Innovationspotentiale eines Unternehmens zu steigern.
Neben einer Vielzahl von Einflussfaktoren, spielen gerade die Aus- und Weiterbildung eine wichtige Rolle. Wie die Innovationsforscherin Ellen Enkel bemerkt, kann man Innovationen zwar nicht verordnen, aber „man kann die Grundlagen legen und Anreize schaffen. Und dies fängt bei der Ausbildung an" (das ganze Interview findet Ihr hier).
In der Ausbildung sollen Qualifikationen und Kompetenzen erworben werden. Aber geschieht dies wirklich in gleichem Maße? Und werden kreative Köpfe dabei ausreichend gefördert? Hemmen nicht gerade zu enge und standardisierte Vorgaben, wie bspw. die durch den Bolognia-Prozess eingeführten Strukturen, die Selbstbestimmung, den Eigensinn und die geistige Selbstentfaltung? Sind diese Vorgaben nicht ein Hindernis für die Entfaltung der Interessen, denn sie erdrücken den Spielraum für Kreativität und einer gewissen Freiheit, die es dessen bedarf.
Eine Lernkultur zu etablieren, die experimentieren statt auswendig lernen fördert, Fehlertoleranz und Freidenken zulässt und damit Risiken einzugehen akzeptiert, würde letztendlich der Innovationsfähigkeit zugute kommen und somit der Wirtschaft allemal.
So wie die Krise gewisse Entwicklungen extrem beschleunigt, wäre auch ein Umbruch in der zunehmend verschulten und linientreuen Bildungspolitik wünschenswert, der dazu beitragen könnte, den eklatanten Fachkräftemangel ab zu mildern, indem es die Ausbildungsbedingungen für Ingenieursberufe attraktiver gestaltet. Dies wäre schon mal ein Anfang. (c.b.)
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