Neue Wege in die Ausbildung - Einstellpraxis auf den Prüfstand

M+E Initiative | Ausbildung

Der demographische Wandel ist in aller Munde. Fast täglich wird auf den drohenden Fachkräftemangel hingewiesen. In Studien wird prognostiziert, dass in naher Zukunft Millionen Fachkräfte fehlen werden. Bereits heute klagen Unternehmen über nicht genügend geeignete Bewerber/innen für eine Berufsausbildung. Es muss etwas geschehen, darüber sind sich alle einig. Nur, was sind die richtigen Maßnahmen?

Klagen über mangelnde Ausbildungsreife von Jugendlichen helfen nicht weiter. Die veränderte Situation erfordert eine Überprüfung der eigenen Auswahl- und Ausbildungspraxis. Es geht darum, die vorhandenen Talente zu nutzen und keinen Jugendlichen verloren zu geben. Die Initiative „Zukunft sichern - Neue Wege in die Ausbildung" hat in einer Broschüre Beispiele zusammengetragen, wie Übergänge von der Schule in den Beruf von Betrieben gestaltet werden.

Die Frage, ob ein Schulabgänger ein geeigneter Bewerber ist, hängt immer vom jeweils angelegten Maßstab ab - und ob der immer der richtige ist, ist zumindest fraglich. Jeder Jugendliche hat Stärken und Schwächen, an die in der Ausbildung angeknüpft werden muss und kann. Gerade die duale Berufsausbildung ist wegen ihrer andersartigen Lernform auch für Jugendliche mit schlechteren Schulvoraussetzungen das richtige Instrument.

Um auch zukünftig ausreichend Fachkräfte zu haben, muss die Auswahlpraxis für neue Auszubildende auf den Prüfstand. Die Betriebe, die Jahr für Jahr nur auf die Topbewerber setzen, werden Jahr für Jahr neue Enttäuschungen erleben. Kluge Betriebe entwickeln eine Doppelstrategie: Einerseits drängen sie darauf, dass in ihrer Region die Schulen besser werden und die Absolventen besser vorbereitet auf den Ausbildungsmarkt kommen. Andererseits stellen die Betriebe sich auch darauf ein, Jugendlichen mit Defiziten mehr individuelle Förderung anzubieten.

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